Innenliegende Dachentwässerung

Systembeschreibung

Die Anforderungen an innenliegende Dachrinnen sind in der ÖNORM EN 12056-3 geregelt. Ist die Ausführung einer innenliegenden Entwässerung unumgänglich, sollten folgende Regeln unbedingt eingehalten werden:

  • Mindestens doppelt so viele Abläufe wie rechnerisch erorderlich
  • Rinnendimensionierung muss handwerksgerecht sein
  • Trichterförmige, doppelstöckige Einläufe und Ballsicherung
  • Bei flachgeneigten Dächern zur Ermöglichung einer Querbelüftung sind unterseitig mind. 30 cm Abstand zur Dämmung einzuhalten
  • Abstand zwischen Rinne und Sicherheitsrinne ≥ 20 mm
  • Dehnungsabstände beachten
  • Starkes Rinnengefälle (≥ 5 mm/m) vorsehen
  • Wegen Vereisungsgefahr, weitestgehend außenliegende Abläufe vermeiden
  • Thermostatgesteuerte Rinnenheizung und Schneefangsystem vorsehen
  • Abschluss von Wartungsverträgen

 

Dimensionierung

  • Dachentwässerungssysteme müssen auf ausreichende Dimensionierung hin, hydraulisch berechnet werden.
  • geltende Normen und Regelwerke sind unbedingt zu beachten:

    ÖNORM EN 12 056-3
    Schwerkrafttwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden, Teil 3 - Dachentwässerung, Planung und Bemessung

    ÖNORM B 2503

    ÖNORM EN 12 056
    Fachinformation des ZVSHK Bemessung von vorgehängten und innenliegenden Rinnen

Gegenüber der bislang gültigen pauschalen Rinnenberechnung, müssen vorgehängte wie auch innenliegende Dachentwässerungssysteme, seit Juli 2001 anhand einer hydraulischen Berechnung auf ihre ausreichende Dimensionierung hin berechnet werden.

Da eine Überbelastung einer innenliegenden Dachrinne direkt zu großen Beschädigungen der Dachkonstruktion führen können, wird eine innenliegende Dachentwässerungsanlage für einen statistischen Jahrhundertregen bemessen. Nach ÖNORM EN 12056-3 beläuft sich dieser auf die örtliche Fünfminutenregenspende, die einmal im Jahrhundert erwartet werden muss. Die Berechnungsregenspenden sind bei den örtlichen Behörden oder ersatzweise beim Deutschen Wetterdienst zu erfragen.

Weitere Einflussgrößen sind in den geltenden Normen und in der Fachinformation des ZVSHK „Bemessung von vorgehängten und innenliegenden Rinnen“ aufgeführt und zu berücksichtigen.

 

Sicherheitsrinne
 

  • grundsätzlich ist eine Sicherheitsrinne vorzusehen
  • ausgeklebte Sicherheitsrinne
  • Sicherheitsrinne aus RHEINZINK

Eine innenliegende Dachentwässerung muss grundsätzlich mit einer Sicherheitsrinne ausgestattet werden. Sicherheitsrinnen können ausgeklebt oder aber aus Metall hergestellt werden. Eine  ausgeklebte Sicherheitsrinne kann  schon vor Beginn der Klempnerarbeiten anfallendes Regenwasser ableiten und  bietet darüber hinaus ein hohes Maß an Rückstausicherheit. Der Abstand zwischen Dachrinne und Sicherheitsrinne sollte mind. 20 mm betragen. Jede Sicherheitsrinne
ist mit eigenen Abflüssen ausgestattet um eventuell eindringendes Wasser sicher ableiten zu können. Der Anschluss an die Dachkonstruktion ist fachgerecht und sicher auszuführen, so daß auch bei Rückstau kein Wasser in die Dachkonstruktion eindringen kann.

 

Bewegungsausgleich

  • je nach Rinnenform sind Bewegungsausgleicher einzubauen

Um die temperaturbedingte Längenänderung von innenliegenden RHEINZINK-Rinnen zu gewährleisten, gelten folgende maximale dilatationsfreie Längen:

Rinnenform Max. Abstand der Bewegungselemente
halbrund

9,0 m

kastenförmig

6,0 m

Tabelle: Einbauabstand von Bewegungselementen

Von Ecken und Enden, also von Rinnenfestpunkten, ist der halbe dehnungsfreie Wert einzuhalten.

Besonders geeignet für die Bewegungsaufnahme an innenliegenden Rinnen, sind RHEINZINK-Band-Bewegungsausgleichern.

 

Längsgefälle

  • ein Mindestgefälle von 5 mm/m ist vorzusehen

Innenliegende Rinnen sollten mit einem Mindestgefälle von 5 mm/m verlegt werden, um einen hohen Verschmutzungsgrad zu vermeiden und einer mangelhaften Wartung vorbeugen zu können.

 

Dachrinnenheizung

Es empfiehlt sich, eine innenliegende Rinne mit einer Rinnenheizung auszustatten, um Vereisungen zu vermeiden.